Du weißt intuitiv, wenn dir etwas gefällt. Du kennst das Gefühl der Zufriedenheit, das du spürst, wenn du es siehst oder hörst.
Du willst es um dich haben, kannst aber nicht genau sagen, warum. Schönheit ist eines der am meisten untersuchten und diskutierten Konzepte aller Zeiten – zumindest seit der Mensch in der Lage ist, über transzendentale Phänomene nachzudenken und zu sprechen. Im Laufe der Geschichte haben sich die Philosophie, die Wissenschaften, die Mystik und unzählige erotische Exkurse für sie interessiert. Sie ist abstrakt und ätherisch und zieht uns dennoch Tag für Tag in ihren Bann. Seit den griechischen Philosophen wie Platon und Aristoteles hat sich die Frage nach dem Schönen tausendfach gestellt und beinahe immer auf zweifache Weise: Liegt die Schönheit im physischen Objekt oder ist sie etwas Immaterielles – der Effekt im wahrnehmenden Subjekt? Gibt es eine Schönheit an sich oder besitzt jeder seine eigene Schönheit, woher auch immer sie kommen mag? So stellen wir uns den Beginn dieser Diskussionen im antiken Griechenland vor, selbstverständlich inmitten von Säulen, die eine perfekte Symmetrie und den Goldenen Schnitt vorweisen.
Allerdings sind wir weder Philosophen noch Historiker, weshalb wir hier keine Meta-Analyse der Schönheit vornehmen werden. Wir wissen weder, ob es eine universelle Ästhetik gibt, noch, ob sie immer durch Kultur und Zeit vorgegeben wird. Einige Dinge möchten wir aber schon und ohne Prätentionen über unsere Vision sagen, denn sie prägen die Philosophie von KALEOS und durchdringen unseren gesamten Kreativ- und Designprozess.
ALS ERSTES, JA, WIR GLAUBEN IN GEWISSER WEISE AN EINE DEN DINGEN INNEWOHNENDE SCHÖNHEIT. WIR WISSEN NICHT, OB SIE ABSOLUT IST, ABER SIE KANN EIN SPEZIELLES GEFÜHL DER ZUFRIEDENHEIT AUSLÖSEN, EINFACH AUFGRUND DER HARMONIE IHRER ZUSAMMENSETZUNG: SCHÖNHEIT IN DER FORM. DIE SCHÖNHEIT DER AUSGEWOGENEN PROPORTIONEN UND DER SCHLICHTEN LINIEN.
Uns fasziniert der Goldene Schnitt und die Annahme, dass es ein Muster gibt, welches die Materie organisiert und schon immer in der physischen Welt existiert hat. Dass die Menschen irgendwann, wir wissen nicht genau wann oder wie, dieses Muster entdeckt und damit begonnen haben, es in ihren Schöpfungen zu verwenden, um die Perfektion der Natur nachzuahmen.
Wir finden es beeindruckend, wie dieses Muster in den Adern von Blättern, in Blumen (beispielsweise die Anordnung der Kerne einer Sonnenblume), in der Form von Meeresschnecken oder in den Flügeln von Insekten zu finden ist und dass es sogar in uns selbst existiert. Handelt es sich womöglich um das Geheimnis des Universums?
Phi, die goldene Zahl, die göttliche Proportion. Im Laufe der Geschichte wurde diese Meisterformel entdeckt und wiederentdeckt, es gibt immer wieder neue Theorien darüber. Bereits die alten Ägypter wandten sie mit unglaublicher Genauigkeit bei der Planung und dem Bau der großen Pyramide von Gizeh an. Der griechische Bildhauer und Mathematiker Phidias studierte und dokumentierte Jahrhunderte später als Erster Phi und verwendete sie bei der Planung und den Skulpturen des Parthenon. Daher überrascht es uns nicht, dass Platon angesichts dieses Wunders Jahre später den Goldenen Schnitt als die mathematische Formel ansah, welche am engsten mit der Physik des Kosmos verknüpft ist, ja sogar als den Schlüssel zu dessen Verständnis.
Weil diese Formel in der Natur vorkam, schloss man daraus, dass es sich um eine Manifestation derselben handelte und dass alles, was nach dieser Regel gestaltet ist, eine eigene Schönheit besitzt.
Wir wissen nicht warum, aber der goldene Schnitt beeinflusst uns zweifellos in unserer stetigen Suche nach Harmonie mittels mathematischer Präzision, und gleichzeitig bringt er uns dazu, unserer spontanen Intuition und Inspiration zu folgen – wie hätten die frühen Theoretiker ihn sonst entdeckt?
Aus unserer Sicht liegt die Schönheit ohne Zweifel in der Schlichtheit.
WIR LIEBEN EINFACHE LINIEN, GRUNDFARBEN (BESONDERS WEIß UND SCHWARZ) UND DESIGNS MIT WENIGEN VERZIERUNGEN. UNS INSPIRIERT DER NÜCHTERNE STIL DES BAUHAUS – JENER SCHULE, DIE DIE GRUNDLAGEN DES INDUSTRIEDESIGNS ETABLIERT HAT UND EIN UNBESTRITTENER MAßSTAB IST.
Wenngleich ihr Begründer Walter Gropius einst sagte: „Bauhaus ist kein Stil, sondern eine Haltung.“
Nach dem Ersten Weltkrieg war Deutschland angeschlagen und es gab keinen Raum für unnötige Verschönerungen. In diesem Zusammenhang vertraten die Schüler und Lehrer des Bauhaus einen Stil, der die Funktionalität von Gebäuden und Gegenständen über deren Ästhetik stellte. Sie forderten die Verwendung einfacher geometrischer Formen wie Kreis, Quadrat und Dreieck sowie hochwertiger, langlebiger Materialien. Jedes Gestaltungselement hatte seine Daseinsberechtigung:
„DIE FORM FOLGT DER FUNKTION.“
Dennoch erscheint es fast paradox, dass die Werke der Bauhaus-Künstler gerade unter diesem Prinzip der Funktionalität und aufgrund ihrer Schlichtheit, ihres hervorragenden Designs und ihrer sorgfältigen handwerklichen Ausführung von solch unprätentiöser Schönheit und Besonderheit sind (eine dreifache Inspiration für uns). So revolutionierte die Bauhaus-Bewegung die ästhetischen Kriterien aller Kunstsparten im 20. Jahrhundert und ist bis heute eine Ikone in Design, Architektur und Kunst.
Wir geben jedoch zu, dass wir die Funktion jeder Schöpfung etwas hedonistischer oder epikureischer sehen. Wir glauben an das visuelle Vergnügen, welches gutes Design hervorruft, und an dieses Wohlbehagen als einen Dienst an sich – einen Dienst für den Geist oder die Seele.
WIR GEHÖREN ZU JENEN, DIE AN DIE TRANSZENDENZ DER ÄSTHETIK UND IHREN EINFLUSS AUF ALLE BEREICHE DES LEBENS GLAUBEN. DESHALB BEGEISTERT UNS DIE DEFINITION VON KANT: „SCHÖN IST, WAS OHNE INTERESSE GEFÄLLT.“
Wir glauben an eine uneigennützige Schönheit. Obwohl natürlich Zeit und Kontext alles bestimmen. Verschiedene historische Referenzen haben uns viel über Schönheit und Kunst gelehrt, aber wir gestalten aus dem Hier und Jetzt heraus: Aus einer explosiven und sich verändernden Gegenwart, die uns täglich inspiriert und unsere ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt. Und gerade jetzt, im Zeitalter der Hyperproduktivität und des kategorischen Profits, erscheint uns die Abkehr von der reinen Zweckmäßigkeit als äußerst subversiv. Schaffen als Ausdrucksmittel, Schaffen, um Geist und Sinne jenseits der Nützlichkeit des Objekts anzuregen – das ist in gewisser Weise die Definition von Kunst.
Kurzum, wir sind empfänglich für Schönheit und nun wissen wir auch, wie wir sie hervorrufen können.
Mit besonderem Augenmerk auf der Form, mit millimetergenauem Design, mit der Leidenschaft und dem Savoir-faire der Handwerkskunst. Willkommen bei KALEOS.
Juan und Claudia